Absender: CDU-Fraktion im Rat der Stadt

Anfrage: 13.01,2021       Stellungnahme der Verwaltung: 20.01.2021

Sachverhalt:
Der Schulstart nach den Weihnachtsferien am 11. Januar 2021 sollte bedingt durch die Corona-Pandemie und die hohen Infektionszahlen für viele Schülerinnen und Schüler im Szenario C – dem Distanzlernen – starten. 

Grundlage für das Distanzlernen ist neben einer guten technischen Ausstattung bei den Lernenden, Lehrenden und Schulen auch die Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit der Lernplattformen sowie eine funktionsfähige und ausreichend dimensionierte Dateninfrastruktur.

Die Stadt Braunschweig als Schulträger ist sowohl für die technische Ausrüstung an den Schulen sowie für eine funktionsfähige und zuverlässige Infrastruktur an diesen verantwortlich. Die Verwaltung stellt des Weiteren den Schulen IServ als Plattform zur Verfügung.

Noch am 8. Januar 2021 war in der Braunschweiger Zeitung zu lesen, das IServ auf das erneute Distanzlernen vorbereitet sei und die Kapazitäten hochgefahren habe. Probleme z. B. bei Videokonferenzen lägen meist bei den Nutzern oder den Schulen, bei deren Internetverbindung und in den z.T. veralteten Ausstattungen. Bei Funktionsproblemen sollte der schulinterne Administrator oder ein zuständiger Mitarbeiter im Fachbereich 40 der Stadtverwaltung weiterhelfen können.

Entgegen der im Artikel suggerierten Erwartungen lief der Schulstart am 11. Januar jedoch alles andere als störungsfrei. Es kam zu erheblichen Systemausfällen und Schwierigkeiten bei der Nutzung von IServ. Das führte neben einer starken Verunsicherung bei Schülerinnen und Schülern zu einer erheblichen Mehrbelastung an den Schulen sowie bei Lehrkräften und Eltern. Gerade in der derzeitigen Situation, in der Kinder und Jugendliche, Lehrkräfte und Familien durch die Pandemie stark gefordert sind, ist ein erfolgreiches, zuverlässiges und stressfreies Distanzlernen unter derartigen Bedingungen unmöglich.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

  1. Wie sind die Systemausfälle und Probleme beim Distanzlernen konkret zu erklären und welche konkreten Maßnahmen hat die Verwaltung seit dem Sommer bzw. explizit nach dem problematischen Schulstart am 11. Januar veranlasst, um derartige Probleme zukünftig ausschließen zu können?

    Mit Beginn der Pandemie und im Rahmen des Wechselunterrichts funktionierten die IServ-Server und die Lernplattform störungsfrei.

    Zum Start des Distanzunterrichts im Szenario C waren am Montag viele IServ-Server in ganz Niedersachsen unerwartet stundenweise nicht erreichbar, und Videokonferenzen konnten nicht wie vorgesehen stattfinden. Auch 17 der 68 IServ-Server von Braunschweiger Schulen konnten teilweise für mehrere Stunden nicht erreicht werden. Ein kompletter Onlineunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern von zu Hause ist eine neue Herausforderung an die Technik und nicht vergleichbar mit der Situation zu Beginn der Pandemie oder im Wechselunterricht.

    Trotz einer im Vorfeld erfolgten massiven Erhöhung der Serverkapazitäten bei IServ gab es insbesondere bei den Videokonferenzen ein Problem, das sich bundesweit auf alle IServ-Schulen ausgewirkt hat. Hierfür war laut der Firma IServ eine Störung auf einem für Videokonferenzen erforderlichen Vermittlungsserver verantwortlich, die bereits am Montagmittag behoben worden konnte. Da trotzdem weiterhin einige Schulen — auch mit ganz neuen Servern — zeitweise nicht erreichbar waren, wurde mit Hochdruck ein Softwareupdate entwickelt und am Dienstagvormittag
    bei den Schulen eingespielt. Seit Mittwoch ist — dies wurde auch durch die Schulleiterinnen und Schulleiter des Sprecherkreises der Schulleitungen bestätigt — bei den meisten Schulen wieder ein verlässliches Arbeiten mit IServ möglich. Bei einigen Schulen ist zusätzlich eine Aufrüstung des Servers erforderlich geworden, um die Performance weiter zu verbessern. Dies ist bei Firma IServ
    beauftragt und mittlerweile in Umsetzung.

  2. Welche weiteren Verbesserungsmaßnahmen können zukünftig einen nahezu störungsfreien Ablauf des digitalen Lernens an den Schulen, aber auch das Distanzlernen gewährleisten und nach welchem Zeitplan erfolgt die Umsetzung?

    Die Serverbeschaffungen richten sich nach den von der Firma IServ vorgegebenen Spezifikationen für die jeweilige Schule und werden regelmäßig entsprechend der Vorgaben der Firma IServ aktualisiert. Die aufgrund des Szenarios C und der verstärkten Nutzung aufgetretenen Probleme wurden und werden weiterhin analysiert. Notwendige Hardwareaufrüstungen bzw. auch der Austausch von Hardware wird entsprechend beauftragt und durchgeführt.

    Unabhängig davon erfolgt die im Rahmen des Medienentwicklungsplan unter Einbeziehung des Digitalpakts vorgesehene Datennetzmodernisierung und Erweiterung um WLAN in den Schulen sowie die Ausstattung der unterrichtsrelevanten Räume mit digitalen Präsentationsflächen. Die Umsetzung der Digitalpaktmittel muss bis Ende 2024 erfolgt und abgerechnet sein.

    Die Ausschreibung für digitale interaktive Präsentationen ist erfolgt und derzeit in der Auswertung. Sofern keine vergabeverzögernden Umstände eintreten, ist mit ersten Lieferungen im April/Mai 2021 zu rechnen. Eine genauere Zeitplanung kann erst nach Zuschlagserteilung erfolgen.


  3. Wie viele Mitarbeiter im Fachbereich 40 stehen den Schulen als Ansprechpartner zur Verfügung und wie viele von den Schulen in Braunschweig werden zusätzlich durch einen hauptamtlichen schulinternen Administrator unterstützt?

    Beim Fachbereich Schule gibt es derzeit 6 Stellen für den Vorort-Service in Schulen, von denen eine Stelle derzeit noch im Besetzungsverfahren ist. Die Schulen können Probleme über das Systembetreuungsverfahren melden, und je nach Fehlerart kann der Vorort-Service kurzfristig in der Schule zur Problembearbeitung erscheinen oder der Fehler wird an eine Fremdfirma (z. B. bei Defekt eines noch in Garantie befindlichen Gerätes) zur Störungsbeseitigung weitergeleitet. Im Gegensatz zu einem nur in einer Schule beschäftigten Administrator können sich die Mitarbeitenden gegenseitig vertreten und bei Bedarf kann der Vorort-Service auch mit mehreren Personen gleichzeitig in der Schule im Sinne einer schnelleren Erledigung der Aufgaben tätig werden.

    Darüber hinaus gibt es noch eine Mitarbeiterin, die die stadtweite Administration der WL.AN Access-Points sicherstellt und eine weitere Mitarbeiterin, die für das noch einzuführende stadtweite MobileDeviceManagement (MDM) die Administration übernimmt und auch als Ansprechpartnerin für die mobilen Endgeräte zur Verfügung steht.

    Die Datennetzbetreuung wird durch Mitarbeitende des Fachbereichs Zentrale Dienste übernommen.

    Seitens des Landes werden an einigen Schulen sogenannte Schulassistentinnen und -assistenten zur Unterstützung der Lehrkräfte bei der organisatorischen sowie technischen Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts zur Verfügung gestellt.

    Von Seiten der Schulen muss gewährleistet werden, dass eine Fehlermeldung an den Vorort-Service erfolgt. In jeder Schule sollte es einen IT-Obmann bzw. -frau geben. Für inhaltliche Fragen zum digitalen Unterricht gibt es auch die medienpädagogischen Beraterinnen und -berater, die für die Beratung der Schulen in dieser Hinsicht zuständig sind.

    Einen durch die Schule eingestellten hauptamtlichen Administrator gibt es bei der Heinrich-Büssing-Schule. Dort gibt es seit Anbeginn des Medienentwicklungsplans einen von der Schule eingestellten Administrator (vom Land finanziert), der die Betreuung der Schule und Technik durchführt (insbesondere werden die dortigen Schülerinnen und Schüler auch in der Systemwartung und -betreuung ausgebildet).

Vorlagen:

   

Termine  

Zur Zeit sind keine Veranstaltungen verfügbar
   

Newsletter bestellen  

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden

   
© Stadtelternrat Braunschweiger Schulen