Absender: SPD-Fraktion im Rat der Stadt

Anfrage: 09.01,2021       Stellungnahme der Verwaltung: 20.01.2021

Sachverhalt:
Der Stand der derzeitigen Infektionszahlen erfordert, dass in fast allen Schulen Unterricht in Form von Homeschooling durchgeführt werden muss. In der Braunschweiger Zeitung wird am 9. Januar 2021 ausführlich über "Homeschooling mit IServ " berichtet. Bereits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wurde vielfach auf die Lernplattform IServ zurückgegriffen. Sie
wird für den Unterricht genutzt, für Videokonferenzen, Chats, Mails und Foren, zur Darstellung von Dokumenten, Aufgaben und Ergebnissen, so der Bericht. Die Plattform könne für den Unterricht genutzt werden, fast störungsfrei.

In diesen besonderen Zeiten ist Homeschooling erforderlich, auch wenn es den Präsenzunterricht nicht ersetzen kann. Durch die Lernplattform IServ können Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler in Kontakt bleiben.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

  1.  Wie viele Braunschweiger Schulen nutzen die Lernplattform IServ (aufgeteilt nach Grundschulen 1./ 2. Klassen, 3./ 4.Klassen, weiterführenden Schulen, Oberstufen und berufsbildenden Schulen)?

    68 von 69 Schulen sind in Braunschweig mit Iserv ausgestattet (Ausnahme bildet nur eine berufsbildende Schule).

      Anzahl
    Schulen
    Schulen mit
    IServ
    GS 37 37
    GHS 2 2
    HS 1 1
    RS 5 5
    Gym 9 9
    FöS 3 3
    IGS 5 5
    BBS 7 6
    Gesamt 69 68

    Welche Klassen – insbesondere in den Grundschulen – IServ tatsächlich nutzen, hängt vom Konzept der jeweiligen Schule ab. Es handelt sich hier um eine interne Schulorganisation.

  2.  Auch wenn Homeschooling den Präsenzunterricht nicht ersetzen kann: Welche pädagogischen Möglichkeiten werden von den Schulen genutzt und welche Vorteile und Nachteile werden gesehen für Einzelunterricht, zur Bearbeitung von Arbeitsblättern, Erarbeiten von Referaten oder Präsentation, für Gruppenarbeit, zum gemeinsamen Lernen, zum Austausch, für Klassengespräche?

    Wie die genannten Möglichkeiten in den einzelnen Schulen eingesetzt und genutzt werden, ist dem Schulträger nicht bekannt. Eine inhaltliche Bewertung der pädagogischen Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden muss von pädagogischen Fachkräften vorgenommen werden. Der medienpädagogische Berater des Medienzentrums wurde aus diesem Grund um eine Einschätzung gebeten:

    „Die Mehrheit der Braunschweiger Schulen arbeiten mit IServ, einige verwenden zusätzlich die Niedersächsische Bildungscloud (NCB). Mit beiden Systemen kann digitaler Unterricht organisiert werden. Dazu stehen in den beiden Systemen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Aktuell werden von den Schulen verschiedene Möglichkeiten verwendet: Videokonferenzen, Messengerchat, Verteilung von Aufgaben, gemeinsames Arbeiten an einem Dokument auf der jeweiligen Plattform. Beide Plattformen bieten die Möglichkeit, auf der Basis von libre Office Textdokumente, Tabellenkalkulation und Präsentationen alleine oder gemeinsam zu bearbeiten und zu erstellen. Der Zugriff ist geräteunabhängig. Weiterhin gibt es mit sogenannten Etherpads die Möglichkeit, gemeinsam an einer digitalen Tafel zu arbeiten. Grundsätzlich sind die Möglichkeiten im IServ und der NBC aus pädagogischer Sicht identisch. Unterschiede ergeben sich hinsichtlich der Verfügbarkeit einzelner Funktionen oder der Gestaltung der Weboberfläche. Zusätzlich nutzen einige Lehrkräfte Onlineplattformen. Dazu gibt es aber keine verlässlichen Informationen.

    Vorteile: Die Schüler und Schüler und Lehrkräfte kennen die Plattform IServ aus dem Unterricht und sind mit der Bedienung vertraut. Der Videodienst von IServ und NBC ist identisch und wird jeweils auf eigenen Servern der NBC bzw. von IServ auf verschiedenen Servern außerhalb der Schule bereitgestellt. Sie sind daher unabhängig von der Internetbandbreite der Schule. Beide Plattformen sind datenschutzkonform und verfügen über einen zuverlässigen Support. Beide Plattformen ermöglichen die personenbezogene Verteilung von Aufgaben und eine personenbezogene Rückmeldung zu den Schülerabgaben. Sie ermöglichen den direkten Zugriff auf weitere Arbeitsmaterialien und Medien für die Lehrerinnen und Lehrer über das Medienzentrum und im Landesangebot Merlin. Diese Materialien können dann den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt werden.

    Der Vorteil von IServ ist die dezentrale Aufstellung der Server direkt in den Schulen. Dadurch ist der Zugriff zuverlässiger als bei zentral gehosteten Lösungen. Mit Ausnahme der Videokonferenzen können im IServ alle Werkzeuge verlässlich innerhalb des Schulgebäudes auch im Präsenzunterricht von allen Schülerinnen und Schülern verwendet werden. Es gibt bereits positive Erfahrungen damit bei der Unterstützung von Inklusionsschülerinnen und
    -schülern im Unterricht und auch Zuhause. So spiegeln die Lehrkräfte des Gymnasiums Raabeschule den Lehrerbildschirm über das Videokonferenztool auf das Gerät von Inklusionsschülerinnen und –schülern mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Solange nur einzelne Videokonferenzen gestartet werden, funktioniert dies auch zuverlässig. Wie viele Nutzende gleichzeitig an einem Dokument arbeiten können, ist von der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Servers in der Schule abhängig.

    Der Vorteil der NBC liegt in einer größeren Verfügbarkeit zusätzlicher Materialien über eine Recherchefunktion und Werkzeugen zur Gestaltung von Lerneinheiten. Onlineplattformen bieten den Vorteil, dass sie z.T. über zusätzliche Funktionen verfügen..

    Videokonferenzen sollten möglichst nur vom Homeoffice gestartet werden. Eine Vielzahl von Konferenzen aus dem Schulgebäude heraus bringt Probleme mit der Internetbandbreite der Schule.

    Onlineplattformen haben die Nachteile, dass sie oftmals aus Datenschutzgründen nicht zulässig sind und von einer größeren Nutzerzahl aufgerufen werden. Dadurch entstehen oftmals Probleme bei der Erreichbarkeit. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass die Nutzung verschiedener Angebote an einer Schule zur Unübersichtlichkeit führt. So finden Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte nicht immer zuverlässig die Materialien oder den entsprechenden digitalen Unterrichtsraum.“


  3. Welche Möglichkeiten gibt es für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zu Hause, bei Störungen, Problemen, Versagen der Verbindung möglichst zeitnah Hilfe zu bekommen?

    Für die Fehlermeldungen von Internetstörungen in der Schule und schuleigenen Geräten (Server, mobile Endgeräte etc.) gibt es die Möglichkeit, eine Fehlermeldung über die Systembetreuung des Fachbereichs 40 zu melden. Je nach Fehler wird dann die Störung an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet bzw. durch den Vorort-Service des Fachbereich Schule direkt oder durch eine beauftragte Fremdfirma bearbeitet.

    Generell sollten Störungen, die bei Lehrkräften oder Schülerinnen und Schülern zu Hause auftreten, an die Schulen zurückgemeldet werden. Die Störungsmeldung wird bei Bedarf über die Schulen an die Systembetreuung des Fachbereichs Schule (schulservice@braunschweig.de) gemeldet.

    Störungen, die in der Internetleitung bei der Lehrkraft oder den Schülerinnen und Schüler zu Hause auftreten, muss der jeweilige Vertragspartner des Providers selbst die Störung an den jeweiligen Provider melden.


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