Kurz vor der Wahl hat sich MP Weil in der HAZ vom 12.10. zur Situation bei der Inklusion und den Abordnungen zu Schuljahresbeginn geäussert  und gezeigt, dass er sich in der Bildungspolitik aus der Verantwortung stiehlt.

Zum Thema Inklusion äußert sich MP wie folgt:
"---Es gibt Schulen, die voll des Lobes sind über die Inklusion, und dann gibt es auch solche, an denen die Klagen kein Ende nehmen wollen. Und das zum Teil mit derselben Personalausstattung. Ich denke, es hängt damit zusammen, wie sich die Schulen inhaltlich auf das Thema vorbereitet haben, und davon, ob sie die Umstellung wollen oder sie als von oben aufgedrängt begreifen. ... Bei der übernächsten Landtagswahl wird Inklusion kein Thema mehr sein."


Wenn Inklusion nicht gelingt, sind also die Lehrer schuld, die nicht die richtige Einstellung haben. Aus Sicht des Stadtelternrats geben sich die Lehrer alle Mühe, mit den vorhandenen Mitteln das Beste aus der Situation zu machen. Die Möglichkeiten reichen aber nicht aus, die Landesregierung hat die Inklusion vorschnell und ohne Vorbereitung ausgerollt. Den Protest von Eltern, die zum Teil selbst entscheiden wollen, ob ihr Kind inklusiv oder an einer Förderschule beschult werden soll, nimmt Herr Weil offenbar gar nicht ernst, zumindest hat er ihn nicht erwähnt. Und in den nächsten 5 Jahren will er das Problem offenbar auch nicht lösen.

Zum Thema Abordnungen sagt MP Weil:

"Das ist in der Tat ausgesprochen ärgerlich gewesen. Ich kann verstehen, dass dieser Akt an vielen Schulen großen Unmut ausgelöst hat. Das Problem liegt meines Erachtens in der Landesschulbehörde, sie steht sicher vor einem Veränderungsprozess. Auch in der Diskussion um die Belastung der Lehrer steht die Landesschulbehörde in der Kritik der Schulen, sie gilt den Lehrkräften gegenüber als nicht kundenfreundlich genug."


MP spricht von "ärgerlich" wie von einem Regenschauer, von höherer Gewalt. Er ignoriert dabei völlig, dass er sowie seine Kultusministerin seit 4 1/2 Jahren  für die Landessschulbehörde verantwortlich sind und die politischen Rahmenbedingungen gesetzt haben. Sich so aus der Verantwortung zu stehlen ist äußerst unfair gegenübern den eigenen Mitarbeitern.

Allein diese beiden Zitate zeigen, was von dieser Landesregierung in den nächsten 5 Jahren zu erwarten ist.

Morgen ist Wahltag.

Das vollständige Interviewfinden sie hier:

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Ministerpraesident-Stephan-Weil-im-Interview-zu-VW-Schulpolitik-und-Wahlgeschenken

   
© STER-BS